Bürgerversammlung 07.10.2015

Auszug aus dem Bericht der Bürgerversammlung vom 7. Oktober 2015

Quelle: Lauffener Bote vom 15.10.2015 (pdf) oder OnlineausgabeVerfasserin: Ingrid Kast

Aufnahme von Asylbewerbern

Das Augenmerk der diesjährigen Bürgerversammlung lag in der Aufnahme von Asylbewerbern. Florian Volz, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Lauffen a.N., erläuterte in Vertretung der verhinderten Mitarbeiterin des Landratsamts Heilbronn, zu Beginn einige Fakten zum Ablauf des Verfahrens und informierte über die aktuellen Flüchtlingszahlen. Asylbewerber, die Deutschland erreichen, werden in Erstaufnahmelagern registriert und anschließend an die Landkreise verteilt. Da die Landkreise selbst keine Einrichtungen und Flächen haben, weist das Landratsamt die Flüchtlinge den Gemeinden zur vorläufigen Unterbringung zu. Nach Abschluss des Antragsverfahrens durch eine positive Entscheidung, werden die Personen den Städten und Gemeinden zur Anschlussunterbringung zugewiesen. Dabei handelt es sich aus polizeirechtlicher Sicht um eine Obdachlosenunterbringung Einen Einfluss auf den Personenkreis, der zugewiesen wird, hat weder das Landratsamt, noch die Stadt Lauffen a.N. Aktuell stammen 30 % der Flüchtlinge aus Syrien und den arabischen Republiken, 25 % aus Albanien und 5,6 % aus Afghanistan und dem Irak. Im Landkreis Heilbronn gibt es zurzeit 89 Gemeinschaftsunterkünfte in 42 Kommunen, in denen 2.000 Menschen untergebracht sind – Tendenz steigend.

Die Stadt Lauffen a.N. hat als eine der ersten Gemeinden bereits vor drei Jahren Asylbewerber in der Neckarstraße untergebracht. Aktuell befinden sich 24 Personen in der Anschlussaufnahme, 10 in einem Gebäude in der Wilhelmstraße und 14 in der Neckarstraße. Nach aktuellen Zahlen werden der Stadt Lauffen a.N. insgesamt 150 Menschen, also 125 zusätzliche Asylbewerber, zugewiesen.

Eine Gemeinschaftsunterkunft wollte von Beginn an weder die Verwaltung noch der Gemeinderat. Doch eine dezentrale Unterbringung ist bei den aktuell bekannten Zahlen nicht leistbar. Die Stadt muss auch an ihre Pflicht zur Aufnahme in der Anschlussunterbringung denken. „Von den 150 Personen, die durch das Landratsamt bei uns untergebracht werden, verbleiben voraussichtlich etwa 70 Personen, die die Stadt in eigener Zuständigkeit in der Anschlussunterbringung aufnehmen muss. Hierfür werden wir städtische Gebäude herrichten“, so Waldenberger. Für die Erstunterbringung haben Verwaltung und Gemeinderat dem Landratsamt daher das Gelände hinter dem REWE-Markt angeboten. „Der Standort ist durch seine integrierte Lage und die Nähe zum ÖPNV, zu Kindertagesbetreuungseinrichtungen, zu Schulen und zur gesamten Infrastruktur geeignet“, so Waldenberger. Und auch für die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, ist das Heim erreichbar. Das Landratsamt plant auf dem Gelände der ehemaligen Kartoffelhalle einen Containerstandort für 60 bis 70 Personen.Ein Sozialdienst, welcher durch das Landratsamt gestellt wird, soll vor Ort die Menschen unterstützen und ihnen das Ankommen und Einfinden in die neue Welt erleichtern. Dazu ist ehrenamtliches Engagement hilfreich und notwendig.

Zentraler Faktor für eine gelebte Integration sei neben Sprachkursen auch das Lehren von Sozialkunde, um die aus anderen Kulturkreisen stammenden Flüchtlinge mit den europäischen Werten und Regeln bekannt zu machen. Dem pflichtete der Verwaltungsleiter zu und erklärte, dass alle Einrichtungen, Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und weiterführende Schulen mit Flüchtlingskindern rechnen müssen. Die Vielzahl der Flüchtlingskinder stelle die Lehrer jedoch vor eine große Herausforderung, daher wird eine separate Beschulung dieser Kinder unumgänglich sein.

Abschließend informierte Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger darüber, dass sich der Arbeitskreis Asyl gegründet hat, der sich um die Bedürfnisse der Flüchtlinge kümmern möchte. „Wenn Sie sich ehrenamtlich engagieren möchten, können Sie sich vertrauensvoll an die Verantwortlichen des Arbeitskreis Asyl wenden. Wir freuen uns über jede Hilfe“, so Waldenberger. Weiter informierte er darüber, dass jegliches hauptamtliches Engagement seitens der Stadtverwaltung durch das Büro Bürgermeister koordiniert wird. Diese Stelle wird in den kommenden Wochen im Auftrag des Gemeinderats ein Konzept erarbeiten, wie die Flüchtlingsaufnahme in der Stadt Lauffen a.N. angegangen und koordiniert werden soll. Dieses Konzept soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“

Den vollständigen Bericht können Sie im Lauffener Bote nachlesen, siehe Quellenangabe oben.

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