Protokoll AK-Treffen 13.10.2015

Protokoll Arbeitskreis Asyl 13.10.2015 im Gemeindehaus „Fenster“  

Herr Pfarrer Fröschle begrüßt die ca. 70 anwesenden interessierten Bürgerinnen und Bürger, bedankt sich für das große Interesse und stellt die Tagesordnung vor.

Kurzbericht über den Besuch in der Wilhelma am 11. September
Es nahmen 27 Personen teil, darunter eine serbische, eine tschetschenische und eine syrische Familie, jeweils mit Kindern.

Vorstellung der Arbeitsbereiche
Folgende Arbeitsbereiche sind bisher vorgesehen:
Sachspenden, Willkommenskultur, Internet, Wohnen, Behörden/Arztbesuche, Arbeit, Schule/Ausbildung/Freizeit, Sprachen

Die Arbeitsgruppen werden sich neu formieren. Wer Interesse hat, in einer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, wende sich bitte an Frau Schmalzried unter r-schmalzried@outlook.de.

Gespräche mit der Stadtverwaltung/Bürgerversammlung
Hinter dem Rewe sind Container für ca. 60 Personen vorgesehen. Die Stadt versteht sich als Repräsentant der staatlichen Ordnung, die Container aufstellen wird das Landratsamt. Die Hauptaufgabe der Stadt wird später die Anschlussunterbringung der Flüchtlinge mit Bleiberecht sein, hier werden dringend Wohnungen gesucht.

Im Moment geht die Stadtverwaltung von ca. 100 Flüchtlingen aus, die bis Ende des Jahres zu uns kommen werden. Voraussichtlich werden es jedoch mehr. Die Stadtverwaltung versteht den Ak Asyl als zuständig für die Koordinierung der ehrenamtlichen Arbeit. Die ankommenden Flüchtlinge werden künftig gefragt, ob ihre Daten an den Ak Asyl weitergegeben werden dürfen, so dass wir die Hilfe besser koordinieren können.

Bei Bleiberecht geht die Zuständigkeit auf die Agentur für Arbeit über. Für die Anschlussunter-bringung ist die Gemeinde zuständig. Die Stadt Lauffen a.N. hält entsprechend Gebäude, welche im städtischen Eigentum sind, vor. Sobald Flüchtlinge einen Aufenthaltstitel haben, können Sie sich eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt suchen. Für den Mietvertrag ist dann die Agentur für Arbeit zuständig. Personen die jedoch keine Wohnung finden sind faktisch obdachlos. Dann greift das Polizeirecht und die Gemeinde wird in ihrer Funktion als untere Obdachlosen-behörde tätig und muss den Personen dann eine Unterkunft zur Verfügung stellen.

Bericht aus den Familien
Herr Fröschle und Herr Rist berichten über die Situation der bereits in Lauffen lebenden Flüchtlingsfamilien. Es gibt Familien mit Bleiberecht, mit dem Status der Duldung und mit schwebenden Asylverfahren. Familien aus dem Balkan werden voraussichtlich abgeschoben.

Für einige Familien wird dringend eine Hausaufgabenhilfe gesucht, außerdem eine Betreuung für einen muslimischen Jugendlichen. Die türkische Gemeinde nimmt sich des Jungen an.

Es wird vorgeschlagen, die Hausaufgabenhilfe in der Herzog-Ulrich-Grundschule zu zentralisieren.

Es werden Patenschaften für die Familien u.a. für die Hausaufgabenbetreuung gesucht. Etwa 10 Personen melden sich. Bitte nochmals direkt bei Herrn Fröschle melden.

Spenden
Es werden Geld- und Sachspenden benötigt.

Die Sachspenden müssen koordiniert werden. Hierfür haben sich bereits drei Personen gemeldet.

Es bestehen im Moment keine Lagermöglichkeiten. Spender werden gebeten, ihre Spenden zuhause aufzubewahren, bis Bedarf besteht. Bitte keine Möbel spenden, diese können nicht transportiert und gelagert werden. Die Flüchtlinge erhalten bei der Ankunft alle nötigen Möbel.

Geldspenden können über die Kirchen dem Arbeitskreis zur Verfügung gestellt werden. Grundsätzlich wäre es auch möglich, bei der Stadt in der Kasse eine entsprechende Buchungs-stelle einzurichten. Die Spender erhalten jedoch keine Spendenquittung, da die Stadt das Geld nicht verwaltet, sondern an den AK Asyl weiterleitet.

Ankunft der Flüchtlinge
Eine Teilnehmerin berichtet aus Flein, wo Flüchtlinge wohl übers Wochenende ohne ausreichende Erstversorgung untergebracht wurden.

Herr Volz antwortet auf diese Frage:

Ich habe mit dem LRA gesprochen und das Fleiner Beispiel aufgeführt. Die Situation war der Mitarbeiterin nicht bekannt und kann allenfalls eine absolute Ausnahme darstellen. Der Prozess verläuft wie folgt: Während der „regulären Arbeitszeiten“ werden die Asylbewerber von der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Karlsruhe nach Eppingen gebracht. In Eppingen erhält jeder erwachsene Flüchtling zunächst 150,- € Taschengeld. Von Eppingen aus werden sie auf die einzelnen Gemeinschaftsunterkünfte (GU) in den Landkreiskommunen verteilt. Dort sind dann Sozialarbeiter des Landkreises vor Ort. Diese helfen bspw. bei der Einrichtung von Bankkonten.

Manche Flüchtlinge versäumen die Abfahrt des Busses in der LEA. Diese sog. Nachzügler erhalten dann bspw. ein Bahnticket für die Fahrt nach Eppingen. Dann kann es natürlich vorkommen, dass diese Personen in Eppingen zur „Unzeit“ ankommen und die Erstversorgung etwas dürftig ausfällt. Aber sie haben ja das Taschengeld. Da die Flüchtlinge aber nicht wissen, in welche GU sie verteilt werden, ist es nicht nachvollziehbar, wie die Situation in Flein passieren konnte.“

Es wird vorgeschlagen, ein Starterkit für die Flüchtlinge vorzubereiten mit dem Nötigsten (Windeln, haltbare Lebensmittel)

Struktur/Arbeitsmöglichkeiten/Leben in Lauffen
Es wird die Notwendigkeit gesehen, den Flüchtlingen Arbeitsmöglichkeiten und Beschäftigung zu bieten. Außerdem soll mit den Menschen anfangs gemeinsam der Einkauf erledigt werden.

Eine große Lauffener Firma kündigt die Schaffung von Praktikantenplätzen an. Auch die Stadt möchte 1 €-Jobs bieten, soweit möglich.

Mehrere anwesende Privatpersonen und Vertreter von Sportvereine bieten Kunst- und Sportkurse an. Bitte melden Sie sich nochmals bei uns direkt. Wer möchte das koordinieren?

Nächstes Treffen des Arbeitskreises am Montag, 23.11. um 19 Uhr in der Neuapostolischen Kirche, Blücherstraße.

Rotraut Schmalzried, 21.10.2015

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