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Wir trauern um Landing Jobarteh

Am 31. Juli 2020 verstarb Landing Jobarteh nach kurzer, schwerer Krankheit.
Landing hat seit Dezember 2017 in Lauffen gelebt.

Alle, die sein offenes Wesen kennenlernen durften und mit ihm gelacht, gefeiert, getanzt, musiziert und seine Musik gehört haben, trauern um einen besonderen Menschen.

Der aus Gambia stammende Vollblutmusiker spielte wie sein Vater und sein Großvater die Kora, ein traditionelles westafrikanisches Instrument, vergleichbar mit der europäischen Harfe.

In der Gemeinschaftsunterkunft in der Bahnhofstrasse in Lauffen, in der Landing überwiegend lebte, hat er durch seine Musik viele Feiern und Zusammenkünfte bereichert und damit den gambischen Mitbewohnern ein Stück Heimat näher gebracht.

Aber Landing war nicht nur ein Meister an der Kora, er spielte auch Gitarre, Djembe und Klavier.
Er war offen für alle musikalischen Stilrichtungen und beteiligte sich bei vielen musikalischen Gruppierungen und Veranstaltungen. Er wirkte mit bei Gottesdiensten, sang beim Talheimer Chor Chorisma und beteilgte sich beim Lauffener Folktreff.
In Lauffen trat Landing auf bei Afterwork-Sessions auf dem Kies, beim Brückenfest, beim Tag der Offenen Kirchen und bei der Eröffnung der Beatles-Ausstellung im Museum im Klosterhof.
Überall war Landing bestens integriert und wurde für sein musikalisches Talent und seine herzliche, den Menschen zugewandte Art sehr geschätzt.

Kurz vor seiner Erkrankung ging noch ein Herzenswusch von ihm in Erfüllung. Er konnte eine eigene CD herausbringen.  Neben traditioneller gambischer Musik sind auch Eigenkompositionen von ihm enthalten. Unterschiedliche Musiker und Musikgruppen beteiligten sich bei den Aufnahmen.

Die CD kann nun für 10 Euro erworben werden bei Isolde Mencz (isolde.mencz@web.de).
Mit dem Erlös des CD-Verkaufs unterstützen wir Landings Ehefrau und Kinder, die in Gambia leben.

Anschlag in Hanau

Der Arbeitskreis Asyl Lauffen ist entsetzt über den rechtsextremen Anschlag in Hanau.
Mit Schrecken und großer Besorgnis nehmen wir auch zur Kenntnis, dass in unserem Land ein Klima entsteht, in dem die Ausgrenzung und Verächtlichmachung von Menschen nicht deutscher Herkunft immer mehr akzeptiert wird.

Wir bitten alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich in ihrem persönlichen Umfeld gegen jede Form von Rassismus und Hetze gegenüber Menschen mit ausländischer Herkunft einzusetzen.

Je mehr wir akzeptieren, dass menschenverachtende und rassistische Äußerungen unwidersprochen bleiben, umso wahrscheinlicher wird es, dass es zu solchen Taten wie in Hanau kommt.