Patenprogramm

Helfen6

Die Flüchtlinge, die nach Lauffen kommen werden, benötigen Begleitung. Ziel des Lauffener Patenprogramms ist es, die Integration der Flüchtlinge in unsere Stadtgesellschaft zu fördern. Dazu sollte möglichst jeder Flüchtling / jede Familie einen Lauffener Bürger als Paten haben; ein ehrgeiziges Ziel, für das wir Sie brauchen!

=>>> Aktuell (Frühjahr 2017) werden noch Paten/innen für die vor kurzem in Lauffen angekommenen Gambier und Nigerianer gesucht.

Pate zu sein bedeutet:
* Eine Beziehung zu einem Jugendlichen, Erwachsenen, einer Familie oder zu einer Kleingruppe (z. B. Wohngruppe) aufzubauen und diese über einen begrenzten Zeitraum zu begleiten.
* Die Patenschaft ist zunächst für etwa ein Jahr angelegt.
* Als Pate benötigt man keine spezielle Ausbildung.

Pate zu sein bedeutet nicht:
* Sich selbst über Maßen verausgaben zu müssen.
* Ersatz zu sein für einen Sozialarbeiter, Psychotherapeuten, …
* sich um den juristischen Status des Flüchtlings (Asyl. Duldung, …) kümmern zu müssen.
* Eine zeitlich unbegrenzte Beziehung eingehen zu müssen. Die Patenschaft ist zeitlich begrenzt. Sie soll schließlich zur Selbständigkeit des Flüchtlings führen.

Was muss ich tun?
* Bereit sein, mich regelmäßig mit meinem „Patenkind“ zu treffen, mit ihm über seine Situation zu reden.
* Ansprechbar sein — innerhalb des von mir vorgegebenen zeitlichen Rahmens.
* Vermittlung anderer Unterstützer aus dem AK Asyl.

Was kann ich sonst noch tun?
* Gemeinsame Aktivitäten im Rahmen meiner Möglichkeiten.
* Alltagsbegleitung, z. B. Einkaufshilfe
* Suche nach passenden Vereinen für sportliche, musische und andere Aktivitäten
* Hilfe beim Deutschlernen

Was muss ich nicht leisten?
* Ich muss nicht jederzeit zur Verfügung stehen. Den Rahmen, insbesondere den zeitlichen, bestimme ich selbst.
* Ich muss mich nicht übernehmen, d. h. ich kann „aussteigen“, sollte mir dabei aber meiner Verantwortung bewusst sein

Wie kann ich Pate werden?
* Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Ansprechpartner der Patengruppe ist Wolfgang Schwörer, Tel. 07133-960792, Email: w.schwoerer@web.de
* Sie sind dann in einer Liste von potentielle Paten aufgenommen.
*  Wenn wir glauben, eine zu Ihren Angaben passende Patenschaft gefunden zu haben, dann werden wir Sie werden informierten.
* Es findet ein Erstkontakt statt, der im Regelfall von einem Mitglied des AK Asyl begleitet wird.

Material
Hier finden Sie eine Erst-Information für Asylbewerber zum Ausdrucken:
Erst-Info_Asylbewerber

Erfahrungsbericht einer Lauffener Patin:

Ich bin seit Anfang Februar 2017 Patin für einen 20-jährigen und einen 23-jährigen Gambier, die zusammen in einem Zweierzimmer in der Containeranlage wohnen.  Die beiden Jungs können, wie die meisten Gambier, recht gut Englisch. Deshalb klappte die Verständigung auch gleich gut. Die beiden waren von Anfang an unheimlich dankbar dafür, dass Sie jemanden haben, der sich um sie kümmert. Sie sind immer freundlich, offen und freigiebig . . . . fast jedes Mal, wenn ich da bin werde ich zum Essen eingeladen . . . und sie können richtig gut kochen . .  Mit dem Deutsch lernen oder überhaupt mit einer disziplinierten Vorgehensweise beim Lernen tun sie sich manchmal schwer. Aber auch da habe ich festgestellt, dass sie es durchaus ernst nehmen, und sich motivieren lassen,  wenn man ihnen erklärt, dass sie in Deutschland nichts erreichen, wenn sie sich nicht anstrengen.Alles in allem ist es für mich immer wieder ein schönes Erlebnis, zu sehen wie sie sich freuen, wenn man ihnen hilft und sie dabei unterstützt, sich in dieser für sie doch recht fremden Kultur zurecht zu finden.
Und ich finde es durchaus auch immer wieder für mich interessant, vor Augen geführt zu bekommen, unter welchen Umständen Menschen in anderen Ländern leben müssen und was für ein Glück wir haben, in diesem Land leben zu dürfen.
Es hat sicherlich nicht jeder Zeit für eine intensivere Betreuung. Aber das Wichtigste für die Jungs ist, dass sie überhaupt einen Ansprechpartner haben. Auch wenn jemand nicht jede Woche ein oder zwei Stunden aufbringen kann, würde es schon viel helfen, telefonisch oder per WhatsApp erreichbar zu sein. Da kann sich dann mehr entwickeln oder auch nicht. Wenn es Probleme mit Behörden oder Asyl-Angelegenheiten gibt, können auch immer andere Paten unterstützen, einspringen oder um Rat gefragt werden.Und jeder hat auch die Möglichkeit, die Patenschaft jederzeit wieder abzugeben, falls es persönlich mit den Schützlingen nicht klappt oder es einem zu viel wird.Also, ich möchte Sie alle dazu ermutigen, eine Patenschaft auszuprobieren. Wenn es schlecht läuft, können sie sich wieder zurückziehen. Wenn es gut läuft, wird es etwas sein, was ihr Leben bereichern wird.